DIGITALFOTOS
UND INTERNET


Dipl.-Ing. Helmut Kropp

 
 
 
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Die Filmentwickler

Dipl.-Ing. H. Kropp


Es ist noch gar nicht lange her und eigentlich gibt es sie noch überall, die "Filmentwickler".

Man brachte ihnen vertrauensvoll die vollgeknipste Urlaubsfilmrolle und erhielt dann nach einiger, manchmal auch geraumer Zeit die Filmstreifen in einer bunt bedruckten Tasche zurück, zusammen mit den "guten Bildern" und dem zu zahlenden Preis auf der Filmtasche in einem Betrag aufgedruckt.

Das war dann immer ein spannender Moment "Ist das Bild damals am Strand bei der tollen Beleuchtung abends auch etwas geworden?"

Groß dann die Enttäuschung, wenn einmal "das" Bild fehlte, und auf Nachfrage bekam man dann schon folgende flapsige Antworten: "Ich habe Ihnen doch gesagt, Sie sollen den Film nicht über 36 hinaus belichten!" oder patzig "Das war leider total verdorben und ist wahrscheinlich deshalb weggeschnitten worden" oder "Sie haben doch gesagt, nur die guten Bilder!" o. Ä.

Wer dann böse wurde und heftig reklamierte, bekam nach endlosem Disput vielleicht großzügig einen neuen (leeren) Film mit dem Hinweis auf die "Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)".

In Wirklichkeit war das Bild aber ganz prima geworden, und auch im Labor hatte es jemand (trotz oder gerade wegen Automatisierung des Prozesses hatten sie dazu Zeit) ganz ausgezeichnet gefunden und darum rasch eingesteckt.

Dieses Bild konnte dann auf verschlungenen Wegen bis auf die Seiten einer professionellen Hochglanz-Fotozeitschrift gelangen und wurde dort auch ordentlich honoriert oder gar prämiert.

Der Beweis dieses Diebstahls war natürlich nicht möglich. Der "Schöpfer" dieses Bildes hatte es ja zuvor nichteinmal gesehen und hatte kein Negativ (oder Dia) als Beweis dafür. Ein risikoloses Geschäft für die "Entwickler".

Der Fotograf war vielmehr auf das Labor angewiesen, denn ein eigenes perfektes Colorlabor konnte sich der Hobby- oder semiprofessionelle Fotograf ja in den seltesten Fällen leisten.

Dann kamen die digitalen Kameras und der einfache Selbstausdruck und die Laborbilderklauer hatten das Nachsehen, denn immer weniger Leute ließen ihre "analogen" Filme von ihnen "entwickeln".

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Endlich war der Fotograf voll autark, er war nicht mehr auf Entwickler und deren Gutdünken bei der Bilderabgabe angewiesen, er war sein eigener Entwickler.

Auch wer jetzt digitale Bilder an das Labor gab, hatte zumindestens die Möglichkeit, das Bild schon zuvor anzusehen und zu Hause eine Sicherheitskopie (zum Beweis) anzufertigen. Der Nachweis des Klauens war jetzt einfach möglich. Schlechte Zeiten für Entwickler.

Doch jetzt gibt es mal wieder was Neues.

Auf der Startseite meines Internetproviders lese ich:

"Ihre Fotos und Dateien im Internet

Mit dem MediaCenter können Sie direkt aus dem Urlaub Ihre Fotos und Dateien hochladen, ordnen und an Freunde senden. Oder legen Sie gleich Fotoalben für Ihre Freunde (die "Filmentwickler"?) an..."

oder:

"Wohin mit Ihren Urlaubsfotos?"

"Ihre Fotos und Dateien im Internet

Zugriff von jedem Internetzugang

Geben Sie Ihren Freunden Zugang zu gespeicherten Fotos und Dateien..."

"Mit 50 MB Speicherplatz 0 EUR pro Monat."

Schlussfolgerung:

Wie sicher das Internet (und die Fotos dort) sind, müssen wir gar nicht erst diskutieren, wir bekommen es täglich vorexerziert.

Auch der zum Betriebssystem-Lieferanten offene PC-Port ist jedermann bekannt.

Wie sagten schon die alten Gallier (Obelix der Filmentwickler):

"Honny soit qui mal i pense" oder auf Deutsch: Ein Schelm ist, wer jetzt Böses hierbei denkt.

H. Kropp
08.2005

 
 
 
 
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